Die Büroeinrichtung
Wer seine Waren und Dienste über das Internet anbieten möchte, muss
zwar in der Regel kein Geld für die Einrichtung eines Ladenlokals ausgeben,
eine Grundausstattung im Büro muss dennoch vorhanden sein.
1. Büromöbel
Schreibtisch und Aktenschränke sind gebraucht meist recht günstig erhältlich.
Ein heißer tipp sind auch immer Versteigerungen. Manch einer wird sich
dabei zwar als Leichenfledderer fühlen – schließlich stammen die meisten
dort veräußerten Gegenstände von insolventen Firmen -, aber manchmal
können Sie dabei richtige Schnäppchen machen. Die Websuche nach Begriffen
wir „Versteigerungen Büromöbel“ ergibt einige interessante Seiten, wie
zum Beispiel die Seite www.sebwordl.de. Auf der Seite www.versteigerungskalender.de
finden Sie unter anderem eine Rubrik „Insolvenzversteigerung“.
2. Internet- und Telefonflatrate
Eine Internetflatrate sollten Sie auf jeden Fall haben. Ob zusätzlich
auch eine Telefonflatrate sinnvoll ist, hängt davon ab, ob im Geschäftsalltag
viele Festnetzgespräche ins Inland geführt werden müssen. Denn nur diese
sind in einer normalen Telefonflatrate enthalten. Wer stattdessen hauptsächlich
auf Handynummern anruft oder regelmäßig Auslandsgespräche führt, kommt
mit einem herkömmlichen Telekom-Anschluss und Call-by-Call-Anbietern
am günstigsten weg. Günstige Anbieter einer Internetflatrate sind 1&1,
freenet und Strato. Günstige Anbieter von Internetflatrate und Telefonflatrate:
Alice, Arcor, Versatel
3. Computer/Hardware
Vor dem Kauf von PCs sollten Sie sich genau überlegen wofür Sie diese
benötigen. Geht es nur um Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und
Internet-Suren, reichen günstige Modelle völlig aus. Wer allerdings
viel mit Grafiken oder gar mit Multimedia-Anwendungen hantiert, sollte
beim Kauf besonders leistungsfähige Prozessoren und Grafikkarten Wert
legen. In jedem Fall ratsam ist der Kauf von externen Festplatten, auf
denen täglich Sicherheitskopien der Geschäftsdaten ablegt werden sollten.
4. Computer/Software
Microsoft Office gehört zu den wichtigsten Standard-Softwarepaketen
eines jeden Unternehmers. Doch Existenzgründer mit wenig Geld haben
eine Alternative: OpenOffice. Unter www.openoffice.org kann dieses völlig
kostenlose Softwarepaket heruntergeladen werden. Die darin enthaltenen
Programme sind in Optik und Funktionalität eng and das Microsoft-Bündel
angelehnt. Mit Writer statt Word, Calc statt Excel oder Impress statt
PowerPoint stehen hochwertige Office-Anwendungen zur Verfügung mit denen
der Geschäftsalltag auch ohne Bill Gates bestens funktionieren kann.
5. Druckertinte
Drucker sind heute billiger denn je. Dafür sind die Tintenpatronen umso
teurer. Hier liegt das eigentliche Geschäft der Hersteller. Wer da nicht
mitmachen will, kann auf Patronen von Drittanbietern zurückgreifen.
Die sind bis zu 80 Prozent billiger, wie Stiftung Warentest ermittelt
hat. Allerdings kommen die Ergebnisse der Ausdrucke mit Billigpatronen
nicht ganz an die Originale heran, war bei Canon- und Epson-Modellen
aber nicht sonderlich ins Gewicht fällt. Einzig HP-Drucker liefern mit
Billigpatronen ein deutlich schlechteres Ergebnis. Die Behauptung der
Druckerhersteller, Fremdtinte könne den Drucker beschädigen, wurde von
Stiftung Warentest widerlegt. Sie ließen im Dauertest 17 Drucker der
Marken Canon, Epson und HP drei Monate lang mit verschiedenen Tinten
drucken. Kein einziges Gerät hat schlapp gemacht. Wer übrigens mit Schwarzdrucken
auskommt kann mit einem Laserdrucker noch mehr sparen. Ein Laserdrucker
sollte jedoch wegen seiner Partikel-Emissionen stets in einem separaten
Raum untergebracht werden.
6. Vorinfos über Internet
Daher rät Michael Meese, Finanzexperte bei der IHK, sich als Gründer
bereits im Vorfeld über das Internet und bei Veranstaltungen für Gründer
zu informieren: „Die IHK ersetzt zwar keinen Anwalt oder Steuerberater,
aber Merkblätter zu unterschiedlichsten Themen der IHK enthalten schon
viele wichtige Informationen zur Vorbereitung auf einen Besuch beim
Experten“ weiß er. Das hilft euere Beratungszeit zu sparen.
7. Seminare
Michael Meese empfiehlt angehenden Unternehmern den Besuch eines Gründungsseminars.
„Das kosten in den meisten Bundesländern nur wenige Euro, in einigen
Regionen ist es sogar kostenfrei“, erzählt er. „Darin werden dann die
wichtigsten Fragen – vom Gründungskonzept über Fördermittel und Zuschüssen
bis hin zu den erforderlichen Ansprechpartnern – beantwortet“, so Messe,
8. Beratungsförderung nutzen
Spezialisten kosten Geld. Über den Bund oder das Land gibt es für Gründer
einen Zuschuss für Unternehmensberater. Bis zu 1.500 Euro, jedoch maximal
50 Prozent der Tagessumme können das sein. Ausgeschlossen sind allerdings
die Rechts- und Steuerberatung. Wenn ein Steuerberater das Unternehmenskonzept
jedoch verfeinert und die Unterlagen für Bankgespräche vorbereitet,
ist dies ebenfalls föderfähig. Wenn es um Förderungen und Prüfung von
Unternehmenskonzepten geht, kann es bei der Zuständigkeit regionale
Unterschiede geben. Geeignete Ansprechpartner für die Beantragung können
die örtlichen Industrie- und Handelskammern, die Handwerkskammern, die
Wirtschaftsförderung, die Technologie-Center oder in NRW die Starter-Center
nennen.
9.Prügund des Konzepts
Auch Steuerberater prüfen Unternehmenskonzepte. Die meisten lassen sich
dies aber bezahlen. Es gilt also, sich nach einem Steuerberater umzuschauen,
der Gründer kostenlos berät und sich auch das Unternehmenskonzept zum
Nulltarif anschaut. Es gibt Steuerberater, die dies als Service anbieten,
weil sich daraus ein neuer Kunde ergeben könnte. Ebenfalls kostenlos
ist das Prüfen eines Unternehmenskonzepts durch die IHK. Aber das ist
nicht in allen Bundesländern so. Es gilt also, sich zu erkundigen.
10. Buchhaltung
Ohne Steuern geht es nicht. „Wer sich im Bereich der Buchhaltung nicht
auskennt, sollte sich in jedem Fall nach einem Steuerberater oder Buchführungshelfer
umschauen“, empfiehlt Michael Meese angehen den Unternehmern. Aber auch
hier kann jeder Gründer Vorarbeit leisten. Mittlerweile haben alle Finanzämter
in NRW Spezielle Ansprechpartner für Existenzgründer. „In Münster sind
es fünf Mitarbeiter, die Steuerfragen der Gründer klären“, so Michael
Meese. Außerdem gibt es bei der IHK seit zwei Jahren ein spezielles
Buchführungsseminar der IHK Nord Westfalen. „Nach zwei Wochenenden sollte
jeder Jungunternehmer in der Lage sein, seine Unterlagen für den Steuerberater
im eigenen Hause vorbereiten zu können“, sagt Meese. „Diese Kosten von
80 Euro werden sich schnell rechnen.“
11. Anwalt
Das Internet ist ein sehr spezieller Fachbereich und es ist daher ratsam,
sich einen Experten zu suchen. Wer gut informiert ist und weiß wonach
genau er den Anwalt fragen will, spart wertvolle und mitunter teuere
Beratungszeit. Zu vielen rechtlichen Fragen gibt es Broschüren und Merkblätter
sowie Musterverträge oder beispielhafte AGB (Allgemeine Geschäftsbedingungen).
Für die Suche nach einem Fachanwalt ist die Internetseite der örtlichen
Anwaltskammer meist sehr hilfreich.
12. Versicherungen
Wer selbstständig ist, muss sich auch um alle Versicherungen selbst
kümmern. Es gilt daher sich nach den günstigsten Möglichkeiten umzuschauen.
Dabei können Existenzgründer in den Genuss von Rabatten kommen. Die
bekommen sie aber meist nur auf konkrete Fragen hin. Wie Wolfgang Eck,
Pressesprecher der Provinzial erklärt, erhalten Existenz Gründer bei
seiner Versicherung beispielsweise einen Rabatt von 20 Prozent.
13. Arbeitskraft
Besonders in der Gründungszeit gibt es viel zu tun. Am günstigsten ist
es, wenn die Familie oder Freunde durch kleine Gefälligkeiten mithelfen.
Aber auch die Bundesagentur für Arbeit unterstützt bei Neugründungen.
Für Existenzgründungen. Für Existenzgründer, die vor nicht mehr als
zwei Jahren in die Selbstständigkeit gestartet sind, gibt es Zuschüsse
für die Einstellung von Mitarbeitern, wie Ulrich Waschki, Sprecher der
Bundesagentur für Arbeit erklärt: „Für maximal zwei Mitarbeiter können
die Gründer bis zu 50 Prozent des Bruttolohnes plus Arbeitgeberanteil
an Sozialversicherungen erhalten“, weiß er, „und zwar bis zu zwölf Monate.
Die Betonung liegt auf ‚kann’, denn die Höhe und Förderungsdauer liegt
im Ermessen des Vermittlers“, so Waschki weiter. Die Voraussetzung dafür
ist, dass es sich bei den eingestellten Mitarbeitern um Arbeitslose
handelt, die vom Existenzgründer einen unbefristeten Arbeitsvertrag
erhalten.
14. Günstige Kredite
Die Banken sind äußerst vorsichtig geworden, wenn es darum geht, Gründern
einen Kredit zu gewähren. Eine sinnvolle Ergänzung kann daher ein Darlehen
der bundeseigenen Förderbank, der KfW-Mittelstandsbank sein. Das zu
bekommen, kann zwar ein wenig Zeit in Anspruch nehmen, aber meist ist
es der richtige Weg, wenn die Hausbank sich ziert. Zwar wird auch die
KfW-Bank den Businessplan genau prüfen, aber sie übernimmt immerhin
80 Prozent des Risikos, sodass der Zugang zum Kredit für den Gründer
erleichtert wird, weil die Hausbank im Zweifelsfall nicht auf ihrem
Verlust sitzen bleibt. Erste Informationen erhalten sie unter www.kfw-mittelstandsbank.de.
Wer nicht wirbt, stirbt
Ein ausreichend großer Posten für Werbezwecke sollte in keinem Businessplan
fehlen – zumal es bei einer Neugründung darum geht, das Unternehmen
und die Geschäftsidee erste einmal bekannt zu machen. Häufig ist es
jedoch so, dass Werbung, die fast nichts kostet, wenig sinnvoll ist,
weil sie kaum jemand sieht. Dennoch gibt es auch hier die Möglichkeit,
mit einem kleinen Budget auszukommen. Manchmal sind ein paar gute Ideen
schon ausreichend.
15. Keine Kosten
„Man muss einfach so gute Arbeit leisten, dass man keine Werbung nötig
hat und von Kunden, die durch Mund-zu-Mund-Propaganda kommen, leben
kann“, sagt Webdesigner Rafael Häusler scherzhaft. Das ist keine schlechte
Idee, doch ganz ohne Werbung gelingt der start kaum.
16. Fachpresse
„Gibt es eine Fachpresse für die angebotenen Dienstleistungen oder das
zu verkaufende Produkt, sollten die Special-Interestet-Magazine und
–Zeitungen über das neue unternehmen informiert werden“, rät Susanne
Jonas von der Werbe- und Kommunikationsagentur WEMP in Wuppertal. Das
geschieht meist über eine kurze Pressemitteilung. Manchmal genügt sogar
ein Anruf in der Redaktion. „Der kann sogar noch effektiver sein, weil
Sie dabei sofort erfahren, ob der Redakteur interessiert ist oder wie
Sie sein Interesse wecken können“ sagt Susanne Jonas. Erscheint über
Ihr Unternehmen ein Beitrag, ist das kostenlose Werbung für Sie.
17. Werbung im Netz
Völlig kostenlos – die Arbeitszeit nicht eingerechnet – ist, wenn in
Internetportalen, Foren und Communities geworben wird. Hier sollten
Sie allerdings geschickt vorgehen und das Ganze nicht zu plakativ betreiben.
Inwieweit Einträge in Webverzeichnisse wie www.allesklar.de, www.sharelook.de
oder Werbeplattformen wie www.nova-welt.de tatsächlich zu mehr Kunden
verhelfen, ist fraglich. Aber da der Großteil von ihnen kostenlos ist,
spricht nichts dagegen, sich dort einzutragen. Als Hauptargument wird
meist die damit verbundene Höherplatzierung der Website in Suchmaschinen
genannt.
18. Auktionshäuser
„Auktionshäuser lassen sich prima nutzen, um den Bekanntheitsgrad eines
Unternehmens zu steigern“ weiß Susanne Jonas. Die geringen Gebühren,
die beim Auktionsgewinn anfallen, sind es meistens wert. Wer Waren über
einen Onlineshop verkaufen will, sollte daher bei eBay (www.ebay.de)
vertreten sein. Für Dienstleister gibt es etwas Ähnliches: May hamm-er
(www.my-hammer.de).
Webseite selbst machen?
Bei der Erstellung der Webseite kann der Gründer doch auch sicherlich
sparen, oder? „Natürlich kann man das selbst machen“, sagt Häusler.
„Aber genau wie beim Tapezieren sieht es dann hinterher auch meist so
aus!“
19. Fertige Tools
Große Anbieter wie zum Beispiel 1&1 bieten fertige Tools an. „Das
ist dann aber ‚Stangenware’ und außerdem nur etwas für Fortgeschrittene“,
gibt Häusler zu bedenken. Wer dann bei der Umgestaltung doch allein
nicht weiterkommt, hat ein Problem. Will er seinen Shop von einem Webdesigner
anpassen lassen, bekommt er in der Regel keinen Paketpreis mehr, sondern
muss meist den Stundensatz zahlen „Wer sich überschätzt und doch einen
Webdesigner einbeziehen muss, der zahlt richtig“, weiß Häusler. „Es
ist nämlich sehr schwierig, nachträglich etwas zu ändern.“
20. Sparen durch Investitionen
„Das Honorar eines seriösen Webmasters sollte nicht unter dem eines
Handwerkers liegen“, gibt Häusler als Tipp. „Ein Stundenlohn von 40
Euro ist durchaus gängig. Eine Standardseite – also ein minimaler Auftritt
– ist für unter 600 Euro nicht sinnvoll zu realisieren“, weiß er. Dabei
sollten Rechtschreibfehlen und kleinere Korrekturen aber auf Kulanzbasis
geändert werden. Folgende Punkte sind bei der Webseite zu beachten:
Die Seite soll gut aussehen und einen hohen Nutzwert haben. Sie muss
an Suchmaschinen angemeldet werden und von jedem Browser aus aufrufbar
sein. Außerdem sollten die rechtlichen Anforderungen beachtet werden.
Ihre Webseite muss zum Unternehmen passen
Wer gut informiert ist und weiß wo er eine Finanzspritze herbekommt
oder auch Dinge einsparen kann, fährt auf jeden Fall immer besser. Doch
bei allem Sparen muss Gründer auch immer seine Grenzen kennen und sollte
sich nicht übernehmen.
Wie viel Computer braucht ein Gründer? Das Sparpotenzial ist enorm
Muss es immer der neuste Rechner sein? Nein, sagt Reinhard Weber von
Weber Bürobedarf. Er verkauft Neu- und Gebrauchtwaren sowie Restposten
und ist sicher, dass mitunter auch günstige Rechner voll einsatzfähig
sind.
Wer kauft schon einen Ferrari wenn er damit nur einmal in der Woche
zum Einkaufen fährt? So ähnlich verhält es sich auch mit dem Computer.
Das heißt, hier kann eine menge gespart werden. Ralf Quahs sagt: „Wer
beispielsweise einen Internetshop betreibt, kommt in der Regel mit einem
2-Gigahertz-Rechner aus. Der genügt auch als Büro-Computer völlig“ Das
Preis-Leistungs-Verhältnis mag bei den Computern aus den Supermärkten
stimmen, aber die knapp 800 Euro, die der letzte Aldi-PC kostete, müsste
gar nicht ausgegeben werden. Im Computerladen kostet ein 1,6-Gigahertz-Rechner
mit 512 MB Arbeitsspeicher, einer 80-Gigabyte-Festplatte, einem DVD-Laufwerk
und einem Mainboard mit Grafik onboard inklusive Mehrwertssteuer beispielsweise169
Euro. „Zusätzlich bieten wir einen besseren Kundenservice an als zum
Beispiel Aldi“, erklärt er. Und das Zubehör? „Gibt es bei uns auch“,
sagt der Computerhändler. Gebrauchte 15-Zoll-TFT-Monitore zum Beispiel
bietet er schon ab 49 Euro an. Und der PC Händler hat noch
einen Rat für Schnäppchenjäger parat: eBay. Dann ist es aber sinnvoll,
nur bei gewerblichen Händlern einzukaufen. „ Die müssen nämlich auf
gebrauche Hardware ein Jahr Gewährleistung geben und Neuware sogar zwei
Jahre.“
Tipp: Welcher Tarif darf es denn sein?
Je nach Art des Geschäftes gibt es unterschiedlich Anforderungen an
den Telefonanschluss. Darüber hinaus wechseln die Tarife ständig und
es ist nicht so einfach, auf dem neusten Stand zu bleiben. Der Tarifrechner
unter www.teltarif.de/internet bietet nach Eingabe der relevanten Kriterien
gleich eine ganze Reihe Möglichkeiten mit ausführlicher Beschreibung,
gibt etwa Auskunft über die Anzahl der E-Mail-Adressen und der Mindestlaufzeit
beispielsweise. Doch Achtung! Nur weil der Tarifrechner diesen oder
jenen Anbieter vorschlägt, heißt das – trotz Eingabe der Vorwahl – nicht,
dass Sie da Angebot an Ihrem Standort auch wirklich nutzen können. Das
kann nur eine ausführliche Prüfung des Anbieters klären.
Gute Anlaufstelle IHK
Auch wenn die örtlichen Industrie- und Handelskammern keine Rechtberatung
und Steuerberatung übernehmen dürfen, sind sie ein guter Ansprechpartner
im Rahmen der Existenzgründung. Auf vielfältige Informations-, Schulungs-,
Beratungs- und Unterstützungsmöglichkeiten können Gründer zurückgreifen
und so wichtige Fragen – kostenlos oder sehr preiswert – im Vorfeld
klären. Ob Kosten oder nicht und wie hoch diese eventuell sind, ist
von Region zu Region unterschiedlich. Wichtig ist daher, dass Sie die
zuständige IHK ansprechen. Auf der Seite www.ihk.de können Sie nach
den Kontendaten der IHK suchen, die in Ihrer Nähe liegt. Suchen Sie
einfach bei Google unter „IHK“ und dann Ihre Stadt.
Nicht am falschen Ende sparen
Rafael Häusler ist Webdesigner und Berater rund um das Thema professionelle
Webseiten; er rät zur Vorsicht im Umgang mit allzu standardisierten
Homepage-Paketen, wie sie beispielsweise viele Onlineprovider anbieten.
Die Webseite ist das Ladenlokal eines Online-Unternehmens. Daher sollte
die Präsentation im Netz auch professionell aussehen und einen seriösen
Eindruck machen. Wenn es darum geht, die Kosten kleinzuhalten, gilt
es für einen Existenzgründer daher, genau zu überlegen wo er spart und
wo besser nicht. „natürlich gibt es auch Anbieter, bei denen kostenlose
Seiten erhältlich sind“, weiß Rafael Häusler. „Die sind dann eher für
einen Modellbootverein geeignet denn für eine Unternehmenspräsenz“,
warnt er. „Auf diesen kostenlosen Seiten gibt es zumeist ‚Zwangswerbung’,
die den Kunden nervt und den Besucher vielleicht sogar auf die Konkurrenz
aufmerksam mach“, erklärt er. Dennoch kostet das Hosting für einen kleinen
Shop nur zischen vier und zwölf Euro pro Monat.
Kapitaleinlage sparen
Je nach Rechtsform kann auch die Wahl der Gesellschaft teuer werden.
Während eine GmbH bislang 25.000 Euro als Einlage benötigt, ist die
Gründung einer britischen Limited wesentlich günstiger. Die Mindestkapitalanforderung
beträgt hier ein britisches Pfund, also in die wenigsten Gründer eine
Adresse auf der Insel angeben können, ist laut Michael Silberberg, Gründer
von Go Ahead Limited bei etwa 590 Euro – Mehrwertsteuer eingeschlossen.
Die jährlichen Folgekosten für dieses Sekretariat im Ausland liegen
bei um die 99 Euro. Ein Servicepaket kommt noch hinzu. In Deutschland
wird die ausländische Unternehmensform allerdings eher skeptisch gesehen
und böse Zungen behaupten gar, es handele sich dabei um eine „GmbH für
Arme“.
Infos zu britischen Gesellschaftsform gibt es beispielsweise unter www.go-limited.de.
Sparen bei der GmbH
Weil nicht jeder Existenzgründer das Geld für eine GmbH aufbringen kann,
bleibt vielen bisher nur ein Einzelunternhemen, eine GbR oder Ähnliches.
Wer das permanente Haftungsrisiko ausschließen wollte, war – ohne das
nötige Kapital – bisher zu Gründung einer Limited praktisch gezwungen.
In Deutschland will der Gesetzgeber die Flucht in die Limited künftig
verhindern, indem eine sehr ähnliche deutsche Gesellschaftsform ermöglicht
werden soll. Laut Wirtschaftsspiegel der IHK steht zur Diskussion, die
Mindestkapitaleinlage um 15.000 Euro also auf 10.000 Euro zu senken.
Weiterhin ist im Wirtschaftsspiegel zu lesen, dass derzeit über eine
ganze neue Gesellschaftsform ohne Mindestkapitaleinlage, die „Unternehmensgesellschaft“,
nachgedacht wird. Diese würde sich besonders für Firmen eignen, die
mit geringem Kapital auskommen, wie etwa Dienstleister. Die entsprechenden
Gesetze werden aber voraussichtlich erst Anfang 2008 in Kraft treten.
Der vollständige Beitrag kann unter der Adresse www.ihk-nord westfalen.de/wirtschaftsspiegel
heruntergeladen werden.